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Was kostet Energie – Stromrechnung verstehen

StromrechnungRechnungen sieht keiner von uns gerne. Neben den Briefen vom Finanzamt ist es sicherlich das zweit-unerfreulichste was im Briefkasten liegen kann. Aber bei deiner Stromrechnung kannst du in Zukunft gern genauer hinschauen und dich womöglich sogar freuen.

Wie über die Stromrechnung freuen?! Nein ich bin nicht bekloppt. Mit einem Sonnenkraftwerk auf dem Dach sind hohe Strompreise Schnee von gestern.

Damit du bei vielen Zahlen, Abkürzungen, Kilowattstundenangaben etwas anfangen kannst gehen wir jetzt gemeinsam deine Stromrechnung durch und schauen uns die Punkte genauer an.

Preise vergleichen

Wie oft wird man zum Preisvergleich animiert. Sparen sie XY Euro, wenn sie auf Portal YZ jetzt vergleichen.

Ich gestehe, ich habe mir noch nie die Mühe gemacht Stromanbieter zu vergleichen.

Durch meine häufigen Umzüge erachtete ich das als unwichtig. Aber mit dem eigenen Verbrauch auseinanderzusetzen kann schon sehr spannend sein.

In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich auch meine Stromrechnungen genauer beleuchtet.

Aufbau deiner Stromrechnung

Persönliche Daten

Auf deiner Jahresrechnung findest du deine Kundennummer und die aktuelle Rechnungsnummer. Beide Nummern sind wichtig bei Unklarheiten und Rückfragen.

So kann der Energieversorger dich schnell zuordnen und eindeutig identifizieren. Die Kundennummer bleibt immer gleich, wenn du beim gleichen Anbieter bleibst.

Die Rechnungsnummer hingegen bezieht sich nur auf diese eine Stromrechnung.

Zählernummer und Zählerstand

Jeder Haushalt hat einen Stromzähler im Haus. Dieser ist die Verbrauchsstelle für deine Wohnung bzw. Haus.

Wenn du bereits eine Anlage auf dem Dach hast, dann kennst sicher auch den Einspeisezähler, aber dieser soll in diesem Artikel erst einmal vernachlässigt werden.

Jeder Zähler ist mit einer Zählernummer und einer Gerätenummer beschriftet. Diese findest du auch auf deiner Rechnung.

Es kann sein, dass innerhalb einer Verbrauchsperiode der Tarif geändert wurde, das wird dann gesondert aufgeführt.
Wie wurde denn nun der Zählerstand ermittelt?

Entweder hast du in selbst abgelesen und mitgeteilt, es kam ein Mitarbeiter vorbei und hat ihn abgelesen, er wurde per Funkübertragung ermittelt oder er wurde geschätzt, also rechnerisch ermittelt.

Die genutzte Variante wird auf deiner Stromrechnung angegeben.

Ich musste auf meinen Rechnungen ein bisschen suchen. Auf einer Rechnung aus meiner Wohnung in Thüringen wurde der Betrag maschinell hochgerechnet und in Sachsen-Anhalt hat der Energieversorger durch einen Mitarbeiter den Zählerstand ablesen lassen.

Der tatsächliche Stromverbrauch und das, was der Zähler anzeigt können minimal abweichen, da im Zähler ein mechanisches Werk ist. Diese wird mit der Zeit ungenauer.

Deshalb muss der Elektrizitätszähler alle 16 Jahre geeicht werden.

Angegeben wird der Zählerstand und Verbrauch in kWh. Was das ist kannst du in einem früheren Artikel nachlesen.

Gesamtverbrauch und Abrechnungszeitraum

Aus der Differenz des Zählerstandes vom Anfang der Periode (Wohnungsbezug oder Jahresanfang) und dem aktuellen Stand ergibt sich der Verbrauch.

In meinen Stromrechnungen war der Beginn immer der 1.1. eines Jahres und endete am 31.12., außer ich war gerade eingezogen.

Vielleicht hast du gesplittete Zeiträume auf der Abrechnung. Das kann an einem Tarifwechsel, Preisänderung, einem Vertragswechel, Zählertausch oder Steueränderungen liegen.

Über Preisänderungen und Tariferhöhungen muss dein Stromanbieter dich informieren und darf nur mit einer Preisänderungsklausel verändert werden. Das bedeutet, dass der Anbieter auch nach Vertragsabschluss Preisanpassungen ohne Kundenzustimmung vornehmen darf, jedoch nur, wenn das vorher so vereinbart wurde.

Stromtarif

Ein weiterer Faktor, wie viel Strom du zahlen musst bestimmt der gewählte Tarif. Ich war meist in einem Singel-Tarif, also einer für Ein-Personen-Haushalte.

Der Tarif setzt sich aus dem Arbeits- und Grundpreis zusammen.

Der Arbeitspreis ist verbrauchsabhängig und wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben. Im Arbeitspreis enthalten sind die Kraft-Wärme-Kopplung, also die Förderung von Heizkraftwerken, das Netznutzungsentgeld, damit der Stromanbieter die öffentliche Stromnetze nutzen darf und die EEG-Umlage.

Mit letzteren will die Bundesregierung die Kosten für die alternative Energiequellen, wie Solarenergie und Windkraft decken.

Jede Kilowattstunde die du verbrauchst wird mit dem Preis multipliziert.

Der Grundpreis ist verbrauchsunabhängig und deckt die Fixkosten des Energieversorgers.

Diesen musst du zahlen, auch wenn kein Strom verbraucht wird und deckt die Kosten für Zähler, Erfassung der Zählerstände, Abrechnung und Inkasso.

Zum Schluss kommt noch die Mehrwertsteuer oben drauf und fertig ist der Strompreis.

Abschlagsbetrag und Abschlagszahlung

Die Zahlungsweisen sind von Stromanbieter zu Stromanbieter unterschiedlich.

Private Anbeiter können die Art der Abschlagszahlung vorgeben, der Grundversorger muss mehrere Zahlungsweisen anbieten.

Je nachdem gibt es die Möglichkeit der monatlichen, viertel-, halb- oder ganzjährigen Abschlagszahlung. Der Betrag richtet sich nach der Art, wie gezahlt wird.

Der Preis wird anhand des vergangenen Jahresverbrauchs und den aktuellen Strompreisen ermittelt.

Der Rechnungsbetrag ist der Gesamtbetrag aller Stromlieferungen abzüglich der bezahlten Abschlagsbeträge. Oftmals wird der Betrag auf der Jahresrechnung ausgewiesen.

Wer sparsam war hat vielleicht ein Guthaben und bekommt Geld vom Energieversorger zurück und kann sich über eine geringere Abschlagszahlung für das kommende Jahr freuen. Oder man muss gar etwas nachzahlen.

Sonstige Angaben

Energieträgermix

Vielleicht ist dir am Ende der ganzen Zettel noch so ein Diagramm aufgefallen. Damit wir der Strommix dargestellt.

Der Stromanbieter ist gesetzlich verpflichtet die Herkunft des Stromes auf der Endkundenrechnung auszuweisen.

Also wie viel Prozent Stromes kommt von Kohle, Wasser, Kernenergie oder anderen Energieträgern.

Vergleichsrechnung

In einer weiteren Übersicht wird dir aufgezeigt, wie dein Verbrauch im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt liegt. Also über- oder unter oder genau richtig durchschnittlicher Verbrauch

Fazit

Puh… ganz schön viel Input, da kommt man schnell durcheinander.

Im Grunde kannst du nicht allzu viel Einfluss auf den Strompreis nehmen, da ein Teil verbrauchsunabhängig ist, egal wie wenig Energie du verbrauchst, es wird immer eine Rechnung ins Haus flattern.

Mit einer Photovoltaikanlage kommst du der Stromunabhängigkeit ziemlich nahe oder erhältst sogar ein Guthaben.

Selbst wenn du kein Sonnenkraftwerk planst, so hilft dir der genaue Blick auf die Rechnung auf jeden Fall bei einem Preisvergleich der Stromanbieter.

Hast du schon Strompreise verglichen? Wie bist du da heran gegangen?

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Ich stehe mit meinem Blog noch ganz am Anfang und muss noch viel lernen. Deshalb freue ich mich über jedes Feedback. Jeder Kommentar und jede E-Mail wird von mir beantwortet. Fragen, Anregungen, Verbesserungen oder ein nettes Lob, sind bei mir immer sehr willkommen.

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Bild: ©pixelio.de / I-vista

Autor: Lydia

Leidenschaftliche Solartechnikerin, die helfen möchte Photovoltaik einfach zu verstehen. Denn energiewenden ist auch auf dem eigenen Hausdach möglich.

2 Kommentare

  1. Ein toller Artikel mit einer sehr guten Erklärung. In diesem Bereich kommen ja doch immer wieder Fragen auf. Was die Stromanbieter anbelangt,lohnt sich in der heutigen Zeit immer wieder ein Vergleich, denn die Unterschiede in Leistung und Preis sind teilweise doch sehr groß.

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