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Steuerpflicht für Photovoltaikanlagen – oder?

SteuerpflichtKeiner mag diese Briefe auf recyceltem Papier gedruckt, in Schreibmaschinenähnlicher Schriftart. Briefe vom Finanzamt. Ich rechne jedenfalls immer mit dem schlimmsten, wenn mir so ein Brief ins Haus flattert. Wer versteht es schon. Auskunft bekommt man nur dürftig, eine Ahnung hat irgendwie niemand.
Besteht nun für meine Photovoltaikanlage eine Steuerpflicht? Was mache ich wenn ich mit dem Strom Einnahmen generiere? Wie gehe ich am besten vor?

Diese Fragen kommen häufig von Kunden. Die ersten Anlaufstelle sollte in solchen Fragen der Steuerberater sein. Wenn du privater Besitzer einer Photovoltaikanlage bist, dann giltst du vor dem Finanzamt als Gewerbetreibender.

Muss ich denn kein Gewerbe anmelden?

Nein, die meisten Finanzämter verzichten darauf. Das heißt, für deine unternehmerische Tätigkeit, was das Betreiben einer Photovoltaikanlage ist, brauchst du lediglich eine zusätzliche Steuernummer. Trotzdem solltest du vorher bei deinem zuständigen Amt nachfragen und sicher gehen.

Muss ich Umsatzsteuer abführen?

Jein. Die Anlage produziert Strom und oft können du und deine Familie ihn nicht komplett verbrauchen, sodass ein großer Teil ins öffentliche Netz eingespeist wird. Diesen Strom bekommt jeder als Sonnenkraftwerk-Besitzer vergütet. Es sind also Einnahmen. Das Finanzamt teilt jedem Photovoltaikanlagen-Besitzer eine Umsatzsteuernummer zu, das hat den großen Vorteil sich die Mehrwertsteuer (sogenannte Vorsteuer) vom Photovoltaikanlagen-Kauf wiederzuholen. Und das kann ziemlich viel Geld sein, die du für Reparaturen zurücklegen kannst.
Speist du mehr als 50% deines erzeugten Stromes in das öffentliche Netz ein, bist du umsatzsteuerpflichtig. Somit bist du verpflichtet erst jährlich und später vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Bleibt dein Jahresumsatz aber unter 17.500 Euro so kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Du wirst von der Pflicht der Umsatzsteuervoranmeldung befreit.

Und muss ich Gewerbesteuer zahlen?

Nicht, wenn du unter einem Gewinn von 24.500 Euro pro Jahr bleibst. Bei kleineren Anlagen auf Einfamilienhäusern braucht du dir keine Gedanken machen, dass du diesen Betrag übersteigst. Trotzdem ist es ratsam sich beim örtlichen Ordnungsamt zu erkundigen, ob eine Gewerbesteuer anfällt.

Was sollte ich als erstes tun?

Steuerangelegenheiten können sehr verwirrend sein gerade als Photovoltaikanlagen-Besitzer muss man einiges klären. Lasst euch nicht verwirren oder verunsichern. Tausende von Menschen in Deutschland besitzen eine Photovoltaikanlage auf ihrem Hausdach, du bist mit dem Finanzamt also nicht allein.
Der erste Schritt sollte immer zu einem Steuerberater sein und danach gehts erst zum Finanzamt.

Der Post ist bewusst kurz gehalten, da ich kein Steuerberater bin und die Beratung eines solchen in jedem Fall ratsam ist. Tipps über steuerliche Regelungen mit dem Betrieb einer PV-Anlage hat das Finanzministerium Baden-Württemberg in einer Broschüre zusammengefasst.

Wie bist du an die Sache herangegangen? Ist das Finanzamt ein Hindernis auf dem Weg zum eigenen Sonnenkraftwerk?

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Ich stehe mit meinem Blog noch ganz am Anfang und muss noch viel lernen. Deshalb freue ich mich über jedes Feedback. Jeder Kommentar und jede E-Mail wird von mir beantwortet. Fragen, Anregungen, Verbesserungen oder ein nettes Lob, sind bei mir immer sehr willkommen.

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Autor: Lydia

Leidenschaftliche Solartechnikerin, die helfen möchte Photovoltaik einfach zu verstehen. Denn energiewenden ist auch auf dem eigenen Hausdach möglich.

4 Kommentare

  1. Hallo Lydia,

    eine kleine Anmerkung: „Somit bist du verpflichtet erst jährlich und später vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben.“

    Meine Erfahrungen sind die, dass die ersten beiden Jahre die USt.voranmeldung monatlich und danach jährlich erfolgt.
    Sonnige Grüße
    Johannes

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