Permalink

3

In nur 5 Schritten zur eigenen Photovoltaikanlage

PhotovoltaikanlageAm liebsten hätte man überall ein Handbuch. Wie funktioniert der komische Ticketautomat am Bahnsteig? Wie bekommt man einen vernünftigen Kaffee beim Selbstbedienungsbäcker?
Wenn man eine Photovoltaikanlage bauen will so dauert das überhaupt nicht lang. Zwei Tage und das Sonnenkraftwerk ist montiert und angeschlossen.

Doch auf dem Weg dorthin kann man einiges leicht übersehen und den Überblick verlieren. Deshalb gibt es diesen Artikel, in welchem ich dir Schritt für Schritt deinem Traum vom eigenen Sonnenkraftwerk näher bringe.

Starten wir mit deiner Idee für eine eigene Photovoltaikanlage:

Die Idee für ein Sonnenkraftwerk

Du hast dir das also in den Kopf gesetzt eine Photovoltaikanlage auf dein Hausdach zu bauen. Das finde ich klasse. Aber hast du dir auch Gedanken gemacht, was das Ziel ist? Wobei soll dich die Photovoltaikanlage „unterstützen“? Klar, im Grund kostenlosen Strom produzieren. Aber wie stromunabhängig willst du werden? Reicht es dir deinen Verbrauch zu senken oder willst mehr Unabhängigkeit vom Energieversorger?

Darüber solltest du dir von vornherein im Klaren sein, denn dann kommt es darauf an, ob du dir einen Speicher einbauen lässt oder nicht. Und wenn ja, welche Art von Speicher. Vielleicht baust du dein Haus auch gerade erst neu und überlegst, ob du eine Wärmepumpe einbaust oder lieber doch nicht?
Photovoltaik und Wärmepumpe können sich wunderbar ergänzen, denn das erhöht den Eigenverbrauch des Photovoltaik-Stromes.

Wenn du dir vorher ausreichend Gedanken über dein Vorhaben „Projekt Sonnenkraftwerk“ gemacht hast, kannst du gezielter Fragen an den Solarteur stellen und dieser kann dir ein maßgeschneidertes Angebot erstellen.

Recherche und Planung

Deine Idee nimmt langsam Form an, du weißt, was du mit dem Sonnenkraftwerk erreichen willst und was du erwartest. Nun geht es an die Recherche. Wie soll die Anlage aussehen? Aufdach oder Indach? Ist dein Gebäude denkmalgeschützt und bräuchte womöglich eine Baugenehmigung? Gibt es mögliche Verschattungen auf dein Dach vom Nachbarhaus oder einem Baum?

Außerdem solltest du die Jahresabrechnungen der letzten Jahre von deinem Stromanbieter heraussuchen. Wie hoch ist dein jährlicher Stromverbrauch? Auf verschiedenen Online-Rechnern kannst du nun die notwendige Größe deiner PV-Anlage berechnen.

Erkundige dich in deiner Umgebung nach Solarteuren. Verschiedene Online-Portale helfen dir dabei verschiedene Anbieter herauszusuchen und Angebote anzufordern.

Beratungstermin und Angebot

Du hast verschiedene Firmen kontaktiert und es werden Beratungstermine vereinbart. Falls vorhanden kannst du Bauzeichnungen von deinem Haus bereitlegen. Zu Beginn gibt es einen Rundgang durchs Haus, nein der gute Mann oder die gute Frau wollen nicht wissen, wie du lebst, sondern brauchen Angaben zu den Sicherungen in Hausanschlusskasten und Zähler. Dann wird ein geeigneter Platz für den Wechselrichter gesucht. Am besten sind Orte, wo es nicht allzu warm wird, z. B. im Keller.

Um das Montagegestell richtig zu dimensionieren schaut sich der MitarbeiterIn den Dachstuhl deines Hauses an. Für die Dachhaken sind der Sparrenabstand und die Maße der Sparren sehr wichtig. Damit wird die Statik für den Solargenerator geprüft.

Beim abschließenden Gespräch kannst du noch mal alle deine Fragen loswerden. Je genauer der Solarteur weiß was du dir vorstellst, umso besser kann er planen.

Nach ein paar Tagen ist es so weit und dir liegen die Angebote für dein Sonnenkraftwerk vor. Jetzt darf verglichen werden. Natürlich wird zuerst auf den Preis geschaut.
Achte genau darauf was die Angebote beinhalten, damit du in keine Kostenfalle tappst.

Achte auf die Garantien der Hersteller. Wo kommen die Module her? Welches Wechselrichtersystem wird angeboten? Ist eine Anlagendokumentation inbegriffen? Bei Unklarheiten immer sofort nachfragen, so können Probleme bei Montage und Inbetriebnahme vermieden werden.

Nun solltest du dich auf dem Weg zu deiner Hausbank machen und dich wegen einer Finanzierung erkundigen (falls du Eigenkapital aufwendest brauchst du das natürlich nicht tun), und mit dem Solarteur die Zahlungsbedingungen vereinbaren.

Montage und Inbetriebnahme

Du hast dich entschieden. Die Unterschrift ist gesetzt, der Bautermin steht fest. Bevor das Montageteam anrückt, müssen aber noch einige Formulare ausgefüllt werden. Die Anmeldung beim Energieversorgungsunternehmen übernimmt in der Regel der Solarteur. Das EVU sendet dir Unterlagen zum Ausfüllen zu, weil du der Anlagenbetreiber bist.

Hast du dir schon Gedanken zu einer Versicherung gemacht? Oh Schreck! Frag bei deiner Gebäudeversicherung nach, ob deine PV-Anlage mitversichert werden kann. Meistens geschieht das ganz unkompliziert für einen kleinen Aufschlag. Aber achte darauf, was abgesichert ist. Spezielle Solarversicherungen sind gar nicht teuer und decken meist einen viel höheren Schaden ab als „normale“ Versicherungen.

Ist alles erledigt, kann die Montage beginnen. Vereinbare einen verbindlichen Bautermin. Ein geeigneter Raum zur Lagerung der Komponenten ist empfehlenswert. Denn oft werden die Module und Wechselrichter per Spedition ein oder zwei Tage früher angeliefert.

Keine zwei Tage und dein Sonnenkraftwerk ist auf dem Dach. Nun brauchst du die Anlage nur noch online bei der Bundesnetzagentur anmelden und auf einen Abnahmetermin bzw. Inbetriebnahme durch das EVU warten. Dann ist die Anlage offiziell am Netz.

Service und Wartung

Die ersten Wochen wirst du noch täglich vor dem Zähler stehen und die Messwerte notieren. Mit der Zeit wird das aber zu anstrengend. Moderne Anlagenüberwachungen übernehmen das viel einfacher und schneller, sodass deine täglichen, monatlichen und jährlichen Erträge im Blick behältst und vergleichen kannst.

Alle zwei Jahre solltest du allerdings deine Anlage überprüfen lassen. Bietet dein Solarteur einen Wartungsvertrag an?
Dieser kann vor schleichendem Leistungsverlust schützen und mögliche Ertragsausfälle verhindern.

Es ist einiges zu beachten, wenn man eine Solaranlage montieren lassen möchte, aber mit diesen einfachen Schritten gelangst du ohne Probleme an dein Ziel.

Was hat dich dazu bewogen eine Photovoltaikanlage zu bauen oder in Zukunft bauen zu lassen?

Checkliste als Download. (Melde dich für meinen Newsletter an und erhältst diese Schritte bequem zum Abhaken als Checkliste.)

Wenn dir der Inhalt gefällt, dann teile ihn doch mit deinen Freunden.

Ich stehe mit meinem Blog noch ganz am Anfang und muss noch viel lernen. Deshalb freue ich mich über jedes Feedback. Jeder Kommentar und jede E-Mail wird von mir beantwortet. Fragen, Anregungen, Verbesserungen oder ein nettes Lob, sind bei mir immer sehr willkommen.

PS: Aktives Folgen erwünscht. Hast du schon bei Facebook, Google+ und Twitter vorbeigeschaut?

Autor: Lydia

Leidenschaftliche Solartechnikerin, die helfen möchte Photovoltaik einfach zu verstehen. Denn energiewenden ist auch auf dem eigenen Hausdach möglich.

3 Kommentare

  1. Hallo, ich möchte eines meiner Heizsysteme erneuern beziehungsweise ersetzen und eine Wärmepumpe installieren. Dabei soll die Wärmepumpe von der Solaranlage auf dem Dach dann mit Strom versorgt werden. Natürlich ist die Solaranlage noch nicht vorhanden, sonst würde ja mein Kommentar keinen Sinne ergeben =) Erst einmal vielen Dank für den Blogbeitrag und der Schritt-für-Schritt Liste. Ich möchte definitiv am Netz angeschlossen bleiben und die Solaranlage soll nur meine Wärmepumpe versorgen. Wenn noch Strom über ist, dann kann man diesen ja auch für andere Geräte noch nutzen. Danke für die Tipps.

  2. Hallo 🙂
    vielen Dank für deinen Kommentar. Das finde ich super, dass du eine PV-Anlage auf dein Dach bauen möchtest. Und ja zusammen mit einer Wärmepumpe hast du gute Chancen auf einen hohen Eigenverbrauch. Damit bleibt dir auch die hohe Stromrechnung erspart, die so eine Wärmepumpe mit sich bringt.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben und bei weiteren Fragen kannst du dich jederzeit gern an mich wenden. In den Kommentaren oder per Mail.

    Liebe Grüße
    Lydia

  3. Hans-Georg Köster 8. Juni 2016 um 17:09 Antworten

    Hallo !
    Vielen Dank für deinen Kommentar .
    Meine Frage ist : kann man Elektro Nachtspeicherheizkörper mit einer Photovoltaikanlage aufheizen ?
    Danke !

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.