Permalink

0

Mieterstrom und seine Hürden

Mieterstrom und seine Hürden

Auf meinem Blog ging es bisher vorrangig um Hauseigentümer, welche ihren eigenen Strom produzieren möchten. Was ist aber mit Menschen, die in einer Mietwohnung leben und auch Energie von einem Sonnenkraftwerk erhalten möchten? Ist das überhaupt möglich? Wie geht das überhaupt und bringt das auch etwas dem Vermieter?
Leider geht das in der Debatte, um das eigenen Sonnenkraftwerk oft unter. Deshalb versuche ich die wichtigsten Fragen zu klären.

Was ist Mieterstrom

Der Vermieter lässt eine Photovoltaikanlage auf sein Haus bauen. Den Strom der Anlage wird an die Mieter verkauft. Meist liegt der Preis unter den ortsüblichen Stromtarifen. Sollte der Sonnenstrom nicht ausreichen, wird der Netzstrom vom Energieversorgungsunternehmen (EVU) zur Verfügung gestellt.
Daraus ziehen die unterschiedlichen Akteuere ihre jeweiligen Vorteile: Der Gebäudeeigentümer erhöht die Attraktivität seiner Immobilie, der Mieter erhält günstigen, grünen Strom und das EVU erhöht seine Kundenbindung.

Verschiedene Konstellationen

Auch ist es möglich, dass der Vermieter nur geeignete Dächer (sofern er mehrere Immobilien besitzt) zur Verfügung stellt und die Abwicklung dem das EVU oder Contractor überlässt. Es muss aber nicht immer der Vermieter selber ein Mieterstromprojekt initiieren. Egal ob Eigentümer, Vermieter, Immobilienunternehmen, Energieversorger, Stadtwerk, Energiegenossenschaft oder Mieter. Auch Fremdinvestoren haben die Möglichkeit in Projekte zu investieren, wenn sich geeignete Dachflächen dafür bieten. Durch die Investition in Mieterstrom werden langfristig stabile und attraktive Strompreise für die Mieter erreicht. Weiterhin wird eine umweltfreundliche Wertsteigerung der eigenen Immobilie erreicht.

Vorteile von Mieterstrom

  • Eigentümer und Vermieter
    • ökologische Wertsteigerung der Immobilie
    • Nachfrage nach Immobilie erhöhen
  • Mieterinnen und Mieter
    • Bezug von Grünen Strom und damit aktiver Beitrag zum Klimaschutz
    • Stabile Strompreise
  • Energieversorgungsunternehmen
    • Hoher Imagewert
    • Erhöhte Kundenbindung
    • Attraktive Wertschöpfung und Angebote

Hürden des Mieterstromes

Mieterstrom ist leider von der EEG-Umlage nicht befreit. In einem neuen Gesetzentwurf, soll diese Umlage etwas verringert werden. Seit 2012 wird Strom, der nicht ins Netz eingespeist, und es muss eine EEG-Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien, welcher vor Ort an Dritte geliefert wird, entrichtet werden.
Das bedeutet leider doppelte Bezahlung für die Energiewende. Der Anlagenbesitzer und „Stromverkäufer“ verzichtet nicht nur auf die Förderung, welche pro Kilowattstunde bei Einspeisung ins Netz gezahlt wird, sondern zahlt dafür 6 Cent Umlage für die Förderung des ins Netz eingespeisten Stroms. Mit dem EEG2017 sollen jedoch nur noch 40% der Umlage entrichtet werden.

Leider wird gilt das auch für Vermieter, welche Strom an ihre Mieter verkaufen. Weiterhin sind die gemeinsame Nutzung einer Anlage durch eine Mietergemeinschaft ebenso nicht Umlagebefreit, da sie ebenfalls als Stromlieferant betrachtet werden. In Deutschland wurde für die Energiewende bereits viel Akzeptanz und technischer Fortschrift aktiviert. Leider zerstören die Bürokratischen Regeln diese Ideen. Dabei wäre der Mieterstrom ohne Förderkosten bis zum technischen Potential durchaus ausbaubar.

Fazit

Der Mieterstrom ist ein super Konzept, nicht nur für Hauseigentümer, sondern auch für Mieter dezentral grünen Strom zu beziehen. Leider ist der bürokratische und technische Aufwand nicht ganz unerheblich. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob es sich wirtschaftlich lohnt den Strom einer Photovoltaikanlage an Dritter zu verkaufen.

Würdest du in ein Mieterstromprojekt investieren oder Strom beziehen wollen? Würdest du es unterstützen, wenn auf dem Dach deiner Mietwohnung eine Photovoltaikanlage errichtet wird?

Wenn dir der Inhalt gefällt, dann teile ihn doch mit deinen Freunden.

PS: Aktives Folgen erwünscht. Hast du schon bei Facebook, Google+ und Twitter vorbeigeschaut?

Autor: Lydia

Leidenschaftliche Solartechnikerin, die helfen möchte Photovoltaik einfach zu verstehen. Denn energiewenden ist auch auf dem eigenen Hausdach möglich.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Klick Gefällt mir!schliessen
oeffnen