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Die Funktionen einer Anlagenüberwachung

AnlagenuberwachungBrauchst du eine Anlagenüberwachung?

Nein, braucht man nicht. Wenn man jeden Tag brav zum Wechselrichter stiefelt und sich die Erträge notiert, mit den Vorjahren vergleicht und analysiert, ob sich etwas stark verändert hat und auch im Urlaub der Nachbar jeden Tag abliest, sodass keine Lücken entstehen, dann brauchst du keine Anlagenüberwachung.

Stop.

Das ist doch echt zu viel Aufwand oder? Wer läuft schon jeden Tag in den Keller und schaut sich den Wechselrichter an. Am Anfang bestimmt mehrmals am Tag. Dann mehrmals in der Woche und irgendwann nur noch ab und zu schaut man sich die Werte am Wechselrichter und Zähler an.

Und dann? Wenn du nicht regelmäßig kontrollierst, was auf dem Dach so los ist, wie sollst du Ertragsausfälle und Defekte feststellen?

Ganz leicht kann sich so über Wochen ein Ertragsverlust einschleichen und man merkt es nicht. Erst am Ende des Jahres kommt das Erwachen, wenn der Eigenverbrauch niedriger und die Stromrechnung höher ist als erwartet.

Klar, kostet so eine Anlagenüberwachung extra Geld, aber dieses ist gut investiert, denn bei Defekten oder anderen Ungereimtheiten schlägt die Kommunikation sofort Alarm.

Damit entstehen dir keine großen Schäden und keine hohen Mehrkosten durch Ertragsverlust.

Anforderungen

Die Anlagenüberwachung sollte drei Dinge erfüllen:

  • Aufzeichnung der Erträge,
  • Alarm schlagen bei Unregelmäßigkeiten oder Störungen und
  • die Datenvisualisierung.

Das heißt, klar, sie muss die Daten der Photovoltaikanlage sammeln, schön aufbereiten und in bunten Bildchen mundgerecht darstellen.

Außerdem sollte sie dich sofort als Anlagenbetreiber informieren, sobald etwas nicht stimmt, die Wechselrichter ausfallen oder kein Ertrag vom Dach kommt.

Durch das EEG und den zunehmenden Eigenverbrauch des Solarstroms reichen diese drei Punkte nicht mehr aus. Jetzt wird von so einer Anlagenüberwachung noch mehr abverlangt:

  • Die Anzeige des Stromverbrauchs im Haushalt,
  • die Darstellung des Eigenverbrauchs,
  • Energiemanagementfunktionen,
  • Überwachung der 70%-Regel,
  • intelligentes Zu- und Abschalten von Verbrauchern im Haushalt,
  • intelligentes Speichermanagement,
  • bei Anlagen mit Eigenspeicherlösung Anzeige des Füllgrades des Speichers.

Funktionsweise einer Anlagenüberwachung

Wenn eine Anlage überwacht werden soll, dann muss eine Datenübernahme stattfinden. Die simpelste Variante ist die reine Verbindung vom Wechselrichter mittels Datenkabel zu PC oder Laptop. Oder eine drahtlose Verbindung per Bluetooth.

Die Daten vom Wechselrichter werden so aufgezeichnet. Leider funktioniert das nur, wenn der PC oder Laptop eingeschalten ist, denn Wechselrichter speichern in der Regel keine Daten (das ist natürlich veraltet, aber der Vollständigkeit halber, habe ich das mit aufgeführt, moderne Wechselrichter speichern die Daten bis zu einem gewissen Zeitraum oder besitzen eine integrierte Überwachung).

Ein zusätzliches Gerät schafft Abhilfe. Die Daten werden über den Datenlogger aufgezeichnet und an den PC oder mittels Internetanschluss auf Webserver übertragen. Die dazugehörigen Plattformen werten die Daten grafisch auf.

Anhand von Diagrammen und Tabellen kannst du dann die Werte über die verschiedenen Zeiträume vergleichen.

Heutzutage werden viele Wechselrichter mit kompletter Anlagenüberwachung angeboten. Es braucht also keinen Datenlogger mehr um die Datenübertragung an PC oder Webserver zu ermöglichen.

Auch hier werden die Daten übersichtlich dargestellt und mit Diagrammen die Werte ausgegeben.

Tritt nun ein Fehler an deiner Anlage auf, z. B. ein starker Leistungsabfall eines Strings gegenüber eines anderen Strings, dann geht eine Fehlermeldung raus. Klassischerweise wird dir eine E-Mail gesendet.

Es ist aber auch möglich per SMS oder Fax über eine Störung informiert zu werden. Selbst im Urlaub kannst du über Fehlermeldungen informiert werden und bei einem vorhandenen Internetanschluss online deine Anlage überprüfen.

Da musst du keine Nachbarn bemühen 😉

Vorteile einer Anlagenüberwachung

  • automatische und sofortige Benachrichtigung bei Fehlern
  • Datenvisualisierung und dadurch schnelle Ursachenfindung bei Fehlern
  • Ferndiagnose durch Solarteur
  • Datenspeicherung
  • Ertragsvergleich der letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre

Nachteile einer Anlagenüberwachung

  • höhere Anschaffungskosten
  • Internetanschluss notwendig
  • PC-Kenntnisse notwendig

Willst du ganz auf Nummer Sicher gehen, dann schließt du einen Wartungsvertrag mit deinem Solarteur ab.

Das hat den Vorteil, dass deine Anlage wirklich regelmäßig überprüft wird, dass die Fehlermeldungen auch an den Handwerker gehen und er schnell reagieren kann und dass notwendige Updates fachgerecht durchgeführt werden.

Schlussendlich wirst du eine Menge Spaß an solch einer Anlagenüberwachung haben, denn sie zeigt dir detailiert deinen Ertrag und dein Stromersparnis auf und du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du mal nicht den Wechselrichter kontrollierst.

Seien wir ehrlich, 20 Jahre jeden Tag kontrollieren?

Hälst du das durch? Teile mir deine Erfahrungen mit, welche Anlagenüberwachung nutzt du?

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Ich stehe mit meinem Blog noch ganz am Anfang und muss noch viel lernen. Deshalb freue ich mich über jedes Feedback. Jeder Kommentar und jede E-Mail wird von mir beantwortet. Fragen, Anregungen, Verbesserungen oder ein nettes Lob, sind bei mir immer sehr willkommen.

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Bild: ©pixelio.de / Bernd Deschauer

Autor: Lydia

Leidenschaftliche Solartechnikerin, die helfen möchte Photovoltaik einfach zu verstehen. Denn energiewenden ist auch auf dem eigenen Hausdach möglich.

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